Die Aromatherapie / -Pflege – Arbeit mit ätherischen Ölen

Das Tier als ganzes behandeln. Ätherische Öle lindern und heilen wirkungsvoll viele Beschwerden. Dabei wirken ätherische Öle nicht nur auf den Körper sondern immer auch auf den Geist, die Seele.

Abgrenzung Aromapflege und Aromatherapie

Die Aromapflege

In der Aromapflege werden grundsätzlich nur ätherisch Öl Konzentrationen von max. 3 % angewendet. Die Aromapflege dient im Sinne des Wortes der Pflege eines Tieres.

  • sie dient dem Wohlfühlen, der Beruhigung und Entspannung von Tier und Halter
  • sie hilft Stress auflösen und den Schlaf zu fördern
  • sie dient der Hautpflege inkl. der Mundschleimhäute und der Nachsorge
  • sie unterstützt die Funktion auch anderer Organsysteme wie die Atemwege, den Verdauungstrakt, den Urogenitaltrakt und auch den Bewegungsapparat
Die ätherischen Öle aus der Zitrone helfen bei Halsentzündungen und Halsschmerzen und können bei Hunden z. B. bei Hunden mit Zwingerhusten eingesetzt werden.

Die Aromatherapie

In der Aromatherapie werden über dies erforderlichenfalls auch Konzentrationen von weit über 3 % angewendet. Sie gehören jedoch immer in den Verantwortungsbereich eines Arztes und dienen der Therapie von Erkrankungen.

  • hierzu zählt die Wundversorgung z. B. nach einer Verletzung oder einer OP
  • die Behandlung von Wundinfektionen oder aber Infektionen ander Organsysteme

Die Aromapflege und die Aromatherapie gehen Hand in Hand zum Wohle des Patienten und seines Besitzers. Sie gründet auf der ganzheitlichen Sicht des Menschen und des Tieres als Einheit von Körper, Geist und Seele. Sie berücksichtigt, das mentale und psychische Aspekte bei akuten und chronischen Erkrankungen eine Rolle spielen. Gilt es also nicht nur eine Wundinfektion in den Griff zu bekommen, sondern z. B. immer wiederkehrende Gastrointestinale Probleme nicht nur gemäß ihrem äußeren Erscheinungsbild zu behandeln sondern eine wirkliche Heilung zu erreichen, bedarf es in der Regel mehr als nur der Behandlung des offensichtilichen Symptoms. Bei betroffenen Tieren sind nicht selten die sie umgebenden Menschen mit oder sogar vorrangig in eine Therapie mit einzubeziehen. Ein starkes, sicheres und mit sich in Einklang befindliches Umfeld (Rudel) ist die Grundvoraussetzung eines jeden Mitglieds des „Rudels“.

Die Anwendung von ätherischen Ölen ist ein Teil der Phytotherapie. Ätherische Öle werden aus Pflanzenmaterial gewonnen. Es werden keine synthetischen oder naturidentischen Substanzen verwendet.

Was sind ätherische Öle

„Ätherisch“ kommt von aither dem grieschichen Wort für „Himmelsduft“. Sie sind sachlich gesehen organische Stoffwechselprodukte, die in Öldrüsen durch Foto- und Biosynthese in oder auf dem Pflanzengewebe gebildet werden. Sie sind in Blüten, Samen, Fruchtschalen, Blättern, Wurzeln, Harzen, Rinden oder Hölzern enthalten und sie duften.

Thymian vulgaris – die Tröpfchen auf Blättern und Büten enthalten das kostbare ätherische Öl.

Chemisch betrachtet sind die farblose oder hellgelbe bis orange, bräunlich ofer grünlich farbene Flüssigkeiten, die sich vollständig verflüchtigen. Sie sind keine fetten Öle. Sie zeichnen sich durch intensiven Geruch und Geschmack aus. Sie haben eine geringere Dichte als Wasser und sind nicht wasserlöslich, lösen sich jedoch sehr gut in fetten Ölen oder in Alkohol. Zumeist bestehen sie aus mehreren hunderten Substanzen.

Die Funktion ätherischer Öle in der Natur

Sie sind Lock- und Schutzstoffe, die sich insbesondere bei Wärme entfalten. Sie locken z. B. Insekten an oder aber halten Sie fern. Sie schützen die Pflanze vor Krankheiten (Bakterien, Viren und Pilzen z. B.) sowie vor Kälte oder Hitze und vor der Austrocknung. Sie schützen Pflanzen vor Fraßfeinden. Sie sind regelrechte „Biowaffen“, die je nach Umweltbedingungen immer wieder verändert und den Bedürfnissen angepasst werden können. Eine evolutionäre Meisterleistung.

Nicht nur Honigbienen werden von dem Duft unwiederstehlich angezogen.

Ätherische Öle werden – außer in absoluten Ausnahmen – nie pur angewendet. Sie können stark reizend und allergisierend wirken. Zu dem wäre es eine Verschwendung, denn sie wirken bereits in niedrigen Konzentrationen hervorragend.

Hydrolate in der Wundbehanlung

kostbares Hydrolat mit einem Restgehalt an ätherischem Öl zwischen 0,03 und 0,5 %

Eigenschaften von Hydrolaten

  • sehr gut Haut- und sSchleimhaut verträglich
  • Ätherischölgehalt sehr niedrig (meist deutlich < 1 %)
  • schwach sauer: pH-Wert zwischen 4,0-5,5 (Haut-pH!)
  • stören nicht die physiologische Hautflora und den Hydrolipidmantel der Haut

Wichtig

Die Eigenschaften der Hydrolate sind nicht mit denen des zugehörigen ätherischen Öls identisch, denn es fehlen die wesentlichen lipophilen Inhaltsstoffe des ätherischen Öls.  Das Hydrolat hat in der Regel einen eigenen typischen Duft, der die Herkunftspflanze manchmal nicht erkennen lässt. Die Voraussetzung für den pflegerischen und therapeutischen Einsatz ist Keimfreiheit und Reinheit (keine Stabilisatoren, keine Stoffe zur Haltbarmachung …). Zur Haltbarmachung eingesetzte Stoffe wie z. B. Alkohol dürfen auf keinen Fall in Wunden oder in die Ohren von Tieren eingebracht werden. Auch zur Desodorierung der Mundhöhle, wo es auch zum Abschlucken von Flüssigkeiten kommt, dürfen nur 100% reine Hydrolate verwendet werden. Tierartliche Besonderheiten sind unbedingt zu beachten. Naturheilkundlich ausgebildetete und tätige Tierärzte helfen gern.

Hydrolate müssen

  • unter sterilen Bedingungen gewonnen und abgefüllt werden
  • vor Licht geschützt werden (Braunglas, kleine Flaschen, mit 70%igem Alkohol desinfiziert)
  • kühl gelagert werden
  • in Flaschen mit Sprayaufsatz eingesetzt werden, um den Sauerstoffzutritt zu minimieren

Anwendungsformen

  • Anwendung in der Regel als Spray (berührungs- und schmerzfreies, sauberes, gleichmäßiges Auftragen, auch bei Fell – gegen den Strich aufgetragen – geeignet)
  • mischen verschiedener Hydrolate problemlos möglich
  • mischen mit ätherischen Ölen sinnvoll, 0,5-2%ig, je nach Einsatzgebiet; dann immer vor Gebrauch schütteln, da sich die ätherischen Öle oben absetzen
  • mischen mit fetten Pflanzenölen (Wasser-Öl-Schüttelemulsion – frisch herstellen zur sofortigen Anwendung oder baldigem Verbrauch, weil nicht lange haltbar!
  • Creme- und Gelherstellung mit Hydrolaten; setzt hygienisches Arbeiten voraus; solche Cremes ziehen besonders gut und schnell in die Haut ein
  • mit Alkohol stabilisierte Hydrolate aus dem Handel sind als Raumspray geeignet, jedoch nicht für Pflege und Therapie erkrankter Haut oder Schleimhaut

Merke:

Nicht mischbar in Pflanzenwässern, weil überhaupt nicht wasserlöslich sind z.B.:

  • Atlas-Zeder (Cedrus atlantica)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Vetiver (Vetiveria zizanioides)
  • Extrakte aus Benzoe siam (Styrax tonkinensis)
  • Extrakte aus Vanille (Vanilla planifolia)

Hier muss Ethanol als Lösungsvermittler zugesetzt werden (15-30%). Damit ist aber eine Anwendung auf Haut und Schleimhaut nicht mehr möglich.

Zur Reinigung der verkrusteten, nässenden Bereiche eignet sich besonders Hamameliswasser oder auch Immortellenwasser. Hamamelis wirkt antibakteriell, entzündungshemmend (kortisonähnliche Wirkung ohne die Nebenwirkung von Kortison) und lindert auch den Juckreiz.

Anwendungsbereiche

Hydrolate werden v.a. zur Juckreizlinderung, Spülung und Entzündungshemmung eingesetzt. Bei Mundhöhlenproblemen eignen sich reine Hydrolate von Pfefferminze, Rosmarin, Melisse, Salbe, Thymian u.a.). Bei Otitis externa eignen sich Hydrolate von Rose, Lavendel, Kamille, Hamamelis und z. B. Immortelle. Mit reinen Hydrolaten kann ein Ohr gereinigt werden oder aber z. B. Kompressen auf-/eingelegt werden.

Hydrolate und Öle mischen sich nicht. Dennoch kann man zur Reinigung des Ohres z. B. ein in Olivenöl ausgezogenes Johanniskrautöl mit z. B. Hamameliswasser mischen und als Schüttellösung angewendet werden. So kombiniert man die Wirkungen des Hamameliswasser mit denen des Johanniskrautöls.

Von der Pflanze zum ätherischen Öl und zum Hydrolat

Könnte das Bild jetzt Geruch verströmen es würde nach Lavendel oder nach Salbei oder vielleicht auch Pfefferminze oder Immortelle duften

Destillation

Destillation – kosmisch betrachtet – ist der grundlegende Prozess allen Lebens auf dieser Erde.  Wir können den Wasserkreislauf der Erde als Destillation (lat. destillare „herabtröpfeln“) betrachten: Durch die Wärme der Sonne steigt reines Wasser in Form von Dampf aus den Meeren auf, lässt Salze und allen Schmutz zurück, kondensiert in den kühleren Luftschichten zu Wolken, wird vom Wind über das Land getragen und kommt als Leben spendender Regen zurück auf die Erde. Die Destillation – technisch betrachtet –  ist ein mindestens seit der Antike bekanntes thermisches Trennverfahren, um verdampfbare Flüssigkeiten zu gewinnen oder Lösungsmittel von schwer verdampfbaren Stoffen abzutrennen. Die Destillation hat gegenüber anderen Trennverfahren den Vorteil, dass i. d. R. keine weiteren Stoffe wie Adsorbenzien oder Lösungsmittel hinzugefügt werden müssen. Das „Brennen“ von Alkohol und die Produktion von Aquadest (destilliertem Wasser) geschieht über Destillation.

Wasserdampfdestillation

Die einfache Wasserdampfdestillation eignet sich zur Herstellung von Pflanzenwässern (Hydrolaten) und besonders zur Gewinnung ätherischer Öle sowie der Lauch- und Senföle. Bei der Wasserdampfdestillation wird das Pflanzenmaterial in Wasser bis zum Sieden erhitzt. Dadurch entweichen die flüchtigen ätherischen Öle aus den Sekretbehältern der Pflanze und werden mit dem aufsteigenden Wasserdampf mitgeschleppt. Im Kondensator trennen sich Wasser und die nicht in Wasser löslichen Komponenten wieder und die ätherischen Öle können abgetrennt werden. Bei diesem Verfahren kommt es durch die Wärmeeinwirkung zu chemischen Reaktionen unter den flüchtigen Komponenten, sodass neue Verbindungen entstehen können,  z.B. das für das ätherische Öl der Kamille typische blaue Chamazulen, das erst durch eine thermische Reaktion aus dem farblosen Matricin gebildet wird.

Destillen für den Eigengebrauch

Die Destillation ist gesetzlichen Beschränkungen unterworfen. Früher waren nur Destillieranlagen unter 0,5-Liter- Brennkessel privat zur Alkoholherstellung erlaubt. Dies hat sich 2018 geändert. Ab dem 1. Januar 2018 ist es verboten, „Brenn- und Reinigungsgeräte, die zur nichtgewerblichen Gewinnung und Reinigung von Alkohol bestimmt sind, unabhängig vom Fassungsvermögen der Brennblase, und auch sonstige Geräte, die zur nichtgewerblichen Gewinnung und Reinigung von Alkohol benutzt werden, unabhängig vom Fassungsvermögen des Gerätes, anzubieten, abzugeben und in Besitz zu halten.“ Glücklicherweise gibt es Destillen, die für die Alkoholherstellung unbrauchbar, für die Herstellung von ätherischen Ölen und Hydrolaten aber geeignet und konzipiert sind. Eine Genehmigung zum Erwerb und zur Aufstellung solcher Destillen kann unter bestimmten Bedingungen durch den Zoll erfolgen.

Die hier gezeigte Destille ist bei www.aetherischesoel.at erhältlich

Die Kuperdestille

Vorteile der Kupferdestille

  • robust
  • hohe Wärmeleitfähigkeit gewährleistet gleichmäßige Erhitzung
  • Kupferionen wirken antimikrobiell (längere Haltbarkeit des Destillates)
  • binden bei der Destillation entstehende Schwefelwasserstoffe und Fettsäuren

Nachteile

  • teuer in der Anschaffung
  • unerwünschte Reaktionen mit einigen Pflanzen (z. B. blaue Kamille, Nelke, Thymian, Pfefferminze)
  • Grünspanbildung
Lavendel lässt sich hervorragend destillieren und bringt eine verhältnismäßig große Ausbeute an ätherischem Öl im Verhältnis zu anderen Pflanzen.

je nach Pflanzenart/-teil erhält man aus ca. 100 g frischem oder 150 g getrocknetem Pflanzenmaterial zwischen 80-100 ml Destillat. Es sollte die Destillation beendet werden, wenn die Hälfte, max 2/3 des eingefüllten Wassers im Auffangglas angekommen ist. Danach verschlechtert sich die Qualität des Destillates (s. Destillationszeit).

Vorbereitung der Pflanzen

Beim Lavendel werden vorzugsweise die Blüten destilliert, aber auch die Stengel können destilliert werden.
  • Blüten und feine Blätter werden i. d. R. frisch, sauber verlesen und nicht gewaschen ohne weitere Vorbereitung destilliert (Kamille, Rose, Melisse, Pfefferminze, Thymian, Oregano…)
  • Blüten und feine Blätter/Kraut können auch getrocknet destilliert werden
  • wachsüberzogenes u. harziges Pflanzenmaterial für einige Stunden in dem für die Destillation vorgesehenen Wasser einweichen u. diesen Ansatz in den Destillationskorb geben
  • Wurzeln müssen sehr klein geschnitten werden
  • Rinden, Holz, Früchte grob mörsern oder mahlen

Das Wasser

zur Destillation eignet sich nur Wasser guter Qualität. Ist das Leitungswasser sehr hart und stark gechlort, nimmt man

  • Quellwasser
  • sauberes Regenwasser
  • stilles Mineralwasser

Die Destillationszeit

ist abhängig vom

  • Typ der Destille
  • Pflanzenmaterial und den Siedepunkten seiner Bestandteile
  • Liegen die ätherischen Bestandteile an der Blattoberfläche wie bei den Lamiaceen (Thymian, Pfefferminze, Salbei, Melisse etc.), kann eine 15 minütige Destillation ausreichen. Die Destillation von Nadeln (Kieferarten), Rinden, Wurzeln oder Blättern mit Wachsschicht wie Lorbeer braucht eine deutlich längere Destillationszeit von bis zu 2 Stunden.

Der Geruch des Destillates informiert über den Fortschritt des Destillationsvorganges: kommt nur noch schwach oder überhaupt nicht mehr duftendes Wasser aus dem Auslauf, ist die Destillation abgeschlossen.

Siedeverzug ist die Bezeichnung für das Phänomen, dass Flüssigkeiten unter bestimmten Bedingungen über ihren Siedepunkt hinaus erhitzt werden können, ohne dass diese sieden und andererseits die Bezeichnung für das schlagartige Übersieden selbst.

Dieser Zustand ist gefährlich, da sich schon bei einer geringen Erschütterung plötzlich eine große Gasblase ausbilden kann, die dann explosionsartig aus dem Gefäß entweicht und oft siedende Flüssigkeit mitreißt. Dies tritt vor allem in engen, hohen Gefäßen auf, die wenig Raum für eine aufschäumende Flüssigkeit bieten. Glatte, ebene Gefäßwände, eine geringe Durchmischung und ein hoher Reinheitsgrad der Flüssigkeit begünstigen den Siedeverzug. Dieser Effekt tritt leicht ein, wenn man eine Flüssigkeit über den Siedepunkt erhitzt, ohne sie zu rühren. Wenn dann plötzlich der Verdampfungsprozess einsetzt und sich eine größere Gasblase gebildet hat, kann die Flüssigkeit mit hoher Geschwindigkeit weiter verdampfen. Die Gasblase dehnt sich dann explosionsartig aus und drückt dabei auch umgebende Flüssigkeit nach oben und kann dabei die Destille sprengen… Siedesteinchen zeigen den Beginn des Siedeprozesses durch Bläschenbildung an und helfen, den Siedeverzug zu verhindern, wenn man rechtzeitig die Temperatur drosselt.

Die Destille während der Destillation niemals aus den Augen lassen!

Achtung: Tritt aus dem Auslaufrohr Dampf, ist die Destille überhitzt und der Kühler muss Kaltwasserzulauf haben.

Die Menge ätherischen Öls nimmt im Laufe des Destillationsprozesses beständig ab. Das ätherische Öl schwimmt auf den Hydrolat auf und kann später vorsichtig abpipetiert werden.
600g Lavendelblüten ergaben gerade mal 2,5 ml ätherisches Öl und einen guten Liter Hydrolat.

Hydrolate (engl. Hydrosol)

Hydrolate im engeren Sinne sind Destillationswässer, „Nebenprodukte“, wie sie bei der Destillation von Pflanzen anfallen, aus denen man ätherische Öle gewinnt. Hydrolate sind das wässrige Kondensat, das nach Abkühlung des Destillationsdampfes und Abtrennung der ätherischen Öle nach der Wasserdampfdestillation verbleibt. Hydrolate nehmen inhaltlich eine Zwischenstellung ein: In ihnen finden sich die wasserlöslichen Komponenten der zur Destillation genutzten Pflanze, die auch ein Tee enthalten würde. Zudem enthalten sie in Spuren suspendierte ätherischen Öle, insbesondere die nur schwer wasserlöslichen Ätherischölkomponenten. Das sind etwa die durch Oxidation der Terpene entstandenen Alkohole oder die nach Esterhydrolyse entstandenen Verbindungen. Dazu gehören z.B. Monoterpen-Alkohole wie Citronellol, Linalool, Geraniol oder 1-Menthol. Hydrolate besitzen damit ein therapeutisch interessantes Inhaltsstoffspektrum.

Es werden jedoch auch aus Pflanzen über Destillation sog. Pflanzenwässer gewonnen, bei denen ätherische Öle keine Rolle spielen (z. B. Hamamelisrinde). Hydrolate bewähren sich v.a. in der Wundpflege und als Augenspülungen.

In der Tiermedizin können sie eingesetzt werden sowohl bei den geruchsempfindlichen Tieren als auch bei Tieren mit Unverträglichkeiten für Pflanzenstoffe (Feliden, Säuglinge, Säugende, geriatrische Patienten mit mangelhafter Glukuronidierungsleistung – auch Katze). Ebenso können sie bei Allergikern/Atopikern gute Dienste leisten.

Ackerschachtelhal – Equisetum arvense; Schachtelhalgewächse – Equisetaceae

Er wächst an feuchten Stellen und an Waldrändern in der freien Natur und häufig auch unerwünscht in Gärten. Ackerschachtelhalm wird auch Zinnkraut genannt. Die Arzneipflanze breitet sich sehr schnell aus und verdrängt andere Gewächse. Aber sie ist auch sehr nützlich, denn aus den grünen Stängeln lässt sich ganz einfach ein Sud herstellen, der Zier- und Nutzpflanzen stärkt und so gegen Schädlinge wie Blattläuse und verschiedene Pilze wie Grauschimmel, Mehltau, Sternrußtau oder Schorf schützt.

Nicht nur als natürlicher Pflanzenschutz sondern vielmehr als nützliche Heilpflanze ist Ackerschachtelhalm nützlich und vielseitig anwendbar.

Die schachtelartig ineinander gesteckten Stängelglieder geben der Pflanze ihren Namen

Inhaltsstoffe

  • Kieselsäure bis 10% wovon ca. 7% wasserlöslich sind
  • Flavonoide

Wirkungen

  • schwach harntreibend
  • fördert die Ausscheidung von harnpflichtigen Substanzen bei Erkrankungen der Niere, bei Rheuma und bei Hauterkrankungen
  • er wirkt Hautstoffwechselanregend, bindegewebsfestigend , wundheilungsfördernd und mild juckreizlindernd

Indikationen

Innerlich

  • zur Durchsspülung der ableitenden Harnwege
  • bei v. a. auch chronischen Hauterkrankungen
  • bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht

Äußerlich in Form von Umschlägen und Kompressen

  • schlecht heilende Wunden und chronische auch juckende Ekzeme
  • zur Unterstützung des Heilungsprozesses von Knochenbrücken
  • bei Fellproblemen
Die sporangientragenden (fertilen) Triebe erscheinen vor den sterilen Trieben und sterben nach dem Ausstäuben ab. Sie sind nur 5 bis 20 (selten bis 40) cm hoch, von hellbrauner Farbe und keine Äste. Die Sporangienähre ist 1 bis 4 cm lang und stumpf. Die sporangientragenden Triebe erscheinen von März bis Anfang Mai, die Laubtriebe im Mai

Darreichungsformen

  • Fertigarzneimittel, Futtermittelergänzungen
  • Frischpflanzenpresssäfte
  • Teedroge