Hydrolate in der Wundbehanlung

kostbares Hydrolat mit einem Restgehalt an ätherischem Öl zwischen 0,03 und 0,5 %

Eigenschaften von Hydrolaten

  • sehr gut Haut- und sSchleimhaut verträglich
  • Ätherischölgehalt sehr niedrig (meist deutlich < 1 %)
  • schwach sauer: pH-Wert zwischen 4,0-5,5 (Haut-pH!)
  • stören nicht die physiologische Hautflora und den Hydrolipidmantel der Haut

Wichtig

Die Eigenschaften der Hydrolate sind nicht mit denen des zugehörigen ätherischen Öls identisch, denn es fehlen die wesentlichen lipophilen Inhaltsstoffe des ätherischen Öls.  Das Hydrolat hat in der Regel einen eigenen typischen Duft, der die Herkunftspflanze manchmal nicht erkennen lässt. Die Voraussetzung für den pflegerischen und therapeutischen Einsatz ist Keimfreiheit und Reinheit (keine Stabilisatoren, keine Stoffe zur Haltbarmachung …). Zur Haltbarmachung eingesetzte Stoffe wie z. B. Alkohol dürfen auf keinen Fall in Wunden oder in die Ohren von Tieren eingebracht werden. Auch zur Desodorierung der Mundhöhle, wo es auch zum Abschlucken von Flüssigkeiten kommt, dürfen nur 100% reine Hydrolate verwendet werden. Tierartliche Besonderheiten sind unbedingt zu beachten. Naturheilkundlich ausgebildetete und tätige Tierärzte helfen gern.

Hydrolate müssen

  • unter sterilen Bedingungen gewonnen und abgefüllt werden
  • vor Licht geschützt werden (Braunglas, kleine Flaschen, mit 70%igem Alkohol desinfiziert)
  • kühl gelagert werden
  • in Flaschen mit Sprayaufsatz eingesetzt werden, um den Sauerstoffzutritt zu minimieren

Anwendungsformen

  • Anwendung in der Regel als Spray (berührungs- und schmerzfreies, sauberes, gleichmäßiges Auftragen, auch bei Fell – gegen den Strich aufgetragen – geeignet)
  • mischen verschiedener Hydrolate problemlos möglich
  • mischen mit ätherischen Ölen sinnvoll, 0,5-2%ig, je nach Einsatzgebiet; dann immer vor Gebrauch schütteln, da sich die ätherischen Öle oben absetzen
  • mischen mit fetten Pflanzenölen (Wasser-Öl-Schüttelemulsion – frisch herstellen zur sofortigen Anwendung oder baldigem Verbrauch, weil nicht lange haltbar!
  • Creme- und Gelherstellung mit Hydrolaten; setzt hygienisches Arbeiten voraus; solche Cremes ziehen besonders gut und schnell in die Haut ein
  • mit Alkohol stabilisierte Hydrolate aus dem Handel sind als Raumspray geeignet, jedoch nicht für Pflege und Therapie erkrankter Haut oder Schleimhaut

Merke:

Nicht mischbar in Pflanzenwässern, weil überhaupt nicht wasserlöslich sind z.B.:

  • Atlas-Zeder (Cedrus atlantica)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Vetiver (Vetiveria zizanioides)
  • Extrakte aus Benzoe siam (Styrax tonkinensis)
  • Extrakte aus Vanille (Vanilla planifolia)

Hier muss Ethanol als Lösungsvermittler zugesetzt werden (15-30%). Damit ist aber eine Anwendung auf Haut und Schleimhaut nicht mehr möglich.

Zur Reinigung der verkrusteten, nässenden Bereiche eignet sich besonders Hamameliswasser oder auch Immortellenwasser. Hamamelis wirkt antibakteriell, entzündungshemmend (kortisonähnliche Wirkung ohne die Nebenwirkung von Kortison) und lindert auch den Juckreiz.

Anwendungsbereiche

Hydrolate werden v.a. zur Juckreizlinderung, Spülung und Entzündungshemmung eingesetzt. Bei Mundhöhlenproblemen eignen sich reine Hydrolate von Pfefferminze, Rosmarin, Melisse, Salbe, Thymian u.a.). Bei Otitis externa eignen sich Hydrolate von Rose, Lavendel, Kamille, Hamamelis und z. B. Immortelle. Mit reinen Hydrolaten kann ein Ohr gereinigt werden oder aber z. B. Kompressen auf-/eingelegt werden.

Hydrolate und Öle mischen sich nicht. Dennoch kann man zur Reinigung des Ohres z. B. ein in Olivenöl ausgezogenes Johanniskrautöl mit z. B. Hamameliswasser mischen und als Schüttellösung angewendet werden. So kombiniert man die Wirkungen des Hamameliswasser mit denen des Johanniskrautöls.